Wann macht man eine Übergabe?

Definitiv nicht am letzten Tag, den der zukünftig ehemalige Arbeitnehmer verfügbar ist. So hatte ich dann letzte Woche Freitag das Vergnügen zwei etwas längere Übergabe-Sitzungen zu haben. Mit Menschen, die vorher noch nie etwas mit den entsprechenden Umgebungen zu tun hatten.
Also mein bestes getan und erklärt, was man in einer oder anderthalb Stunden an Wissen vermitteln kann. Nervig war der Line Manager des Teams: der kam gleich bei dem ersten Thema (Datenbanken) auf den Gedanken das alles erstmal haarklein erklärt haben zu wollen. Den habe ich dann etwas barsch abgebürstet: "Hör mal, wir haben nur eine begrenzte Zeit. Und ich soll dir hier jetzt die Funktionsweise des Datenbankservers erklären? Geht mal so garnicht. Ich halte es für sinnvoller wenn ich die gesamte Struktur und bekannte Stolperstellen erkläre. Dabei werden wir dann auch gleichzeitig auf wichtige Konfigurationsdateien, Scripte und CronJobs kommen."
Den Rest der Sitzung war er dann ruhig und hat keine Fragen gestellt - ebenso bei der zweiten Sitzung.

…and the show goes on

Bezüglich des Wechsel meines Arbeitgebers - es kommt genau so wie ich es befürchtet habe. Keiner will / darf / kann was übernehmen, es gibt viele ungeklärte offene Punkte.

Was soll ich sagen - es ist mir schlichtweg egal. Es war vorhersehbar, ich habe die Themen mit der Übergabe immer wieder angesprochen - irgendwer hat auch an irgendwen irgendwas gemeldet - nur passieren tut nichts.

Hinzu kommt noch - unser Unternehmen ist gerade dabei seine über ganz Europa verteilten Rechenzentren zu konsolidieren. Der Umzugstermin für das Rechenzentrum in dem 'meine' Systeme liegen, wurde letzte Woche verschoben. Genau mitten in meinen Urlaub rein. Ich hatte das mehrfach angesprochen - man kümmert sich.

Und ab dafür

Nach 14 Jahren werde ich zum 1. Juni 2022 meinen Arbeitgeber wechseln. Ich war vor 2 Jahren schon mal in der Situation, habe mich dann aber breitschlagen lassen es doch noch mal mit dem noch aktuellen Arbeitgeber zu versuchen. Und es wurde immer schlimmer...

Würde es nur um das kleine Team gehen, dem ich seit Anfang 2022 angehöre, wäre die Chance das ich bleibe recht groß. Geht es aber nicht. Es geht um die Ausrichtung der Firma (global agierender Konzern), um Kommunikation, um Wertschätzung von Mitarbeitern. Es geht um Zuständigkeiten und Abläufe bei Kooperationspartnern, mit denen ich fast täglich zu tun habe. Es geht um Kunden die mich direkt anrufen, weil sie nicht Stunden oder Tage auf einen Rückruf warten wollen - und dann nicht mal sicher sein können das der Supporter ihnen dann hilft. Womit wir bei unseren Supportern wären - ein dunkles Kapitel für sich. Internes rumgehampele über Zuständigkeiten, nicht vorhandene Fehlerkultur, maximale Defizite in der Kommunikation et cetera et cetera... Als Sahnehäubchen oben drauf - ich bin seit 14 Jahren ein sogenannter Single Point of Failure - habe für viele meiner Tätigkeiten keinen adäquaten Stellvertreter.

Und irgendwann reicht es dann einfach mal. Ich bekam einen Anruf, eine Frage, man wurde sich einig. Thema durch

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